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<title>Präpositionalphrase</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Präpositionalphrase</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Eine <b>Präpositionalphrase</b>, abgekürzt <b>PP</b>, auch <b>Präpositionalgefüge</b> oder <b>Präpositionalgruppe</b> genannt, ist in der <a href="Grammatik" title="Grammatik">Grammatik</a> eine <a href="Phrase_(Linguistik)" title="Phrase (Linguistik)">Phrase</a> (abgeschlossene Wortgruppe), deren <a href="Kopf_(Grammatik)" title="Kopf (Grammatik)">Kopf</a> eine <a href="Pr%C3%A4position" title="Präposition">Präposition</a> ist.
</p><p>Die hier genannten Eigenschaften der Präpositionalphrase übertragen sich in der Regel ebenso auf <a href="Postposition" title="Postposition">Postpositionen</a>. (Postpositionen werden ohnehin manchmal als „Präpositionen in einem weiteren Sinn“ oder auch als „nachgestellte Präpositionen“ bezeichnet.)
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufbau">Aufbau</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Typen_von_Ergänzungen"><span id="Typen_von_Erg.C3.A4nzungen"></span>Typen von Ergänzungen</h3></div>
<p>Nach den Arten von Ergänzungen, die mit der Präposition auftreten, lassen sich drei Typen unterscheiden, von denen der erste bei weitem der häufigste ist:
</p>
<ul><li>Präposition + <a href="Nominalphrase" title="Nominalphrase">Nominalphrase</a> (einschließlich Pronomen)</li></ul>
<dl><dd>Im Deutschen können in diesen Verbindungen Präpositionen den Genitiv, Dativ oder Akkusativ an ihrer Ergänzung regieren.</dd></dl>
<pre>Genitiv: <i>wegen des starken Regens</i>, <i>aufgrund dessen</i>
Dativ: <i>hinter dem großen Schrank</i>, <i>seit einem Jahr</i>, <i>trotz allem</i>
Akkusativ: <i>ohne einen einzigen Fehler</i>, <i>für denjenigen</i>
</pre>
<ul><li>Präposition + <a href="Adverb" title="Adverb">Adverb</a></li></ul>
<pre><i>vor morgen</i>
<i>seit damals</i>
</pre>
<ul><li>Präposition + Präpositionalphrase</li></ul>
<pre><i>von unter dem Sofa</i>
(eine Fahrt) <i>nach außerhalb des Tarifgebiets</i>
</pre>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Präpositionen_haben_nur_eine_einzige_Ergänzung"><span id="Pr.C3.A4positionen_haben_nur_eine_einzige_Erg.C3.A4nzung"></span>Präpositionen haben nur eine einzige Ergänzung</h3></div>
<p>Verben können mehrere grammatische Ergänzungen haben (z.&nbsp;B. „Man gibt jemandem etwas.“), Präpositionen hingegen haben immer nur eine einzige Ergänzung<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> – selbst dann, wenn sie inhaltlich einen Bezug auf mehrere Gegenstände ausdrücken. Die Präposition „zwischen“ ist hierbei ein bemerkenswerter Fall: Sie bezeichnet einen Ort in Abhängigkeit von zwei Bezugsobjekten. Grammatisch müssen jedoch auch diese in eine einzige Ergänzung zusammengezogen werden. Erst auf der Ebene der Interpretation wird diese Ergänzung dann wieder in mehrere Gegenstände aufgetrennt, was z.&nbsp;B. durch Plural oder Koordination vorgegeben werden kann:<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<pre>Das Zelt steht <i>zwischen [den Bäumen].</i>
(Jedoch nicht mit Singular-Objekt: * Das Zelt steht <i>zwischen dem Wald.</i>)
Würzburg liegt <i>zwischen [Frankfurt und Nürnberg].</i>
</pre>
<p>Bei Verben kann dagegen die Wahl bestehen, zwei Ergänzungen zu setzen oder sie zusammenzuziehen:
</p>
<pre><i>[Das Auto]</i> stieß <i>[mit dem Traktor]</i> zusammen.
<i>[Das Auto und der Traktor]</i> stießen zusammen.
</pre>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Weitere_Bestandteile">Weitere Bestandteile</h3></div>
<p>Präpositionen können zusätzlich auch durch ein <a href="Adverb#Adverb_und_Adjektiv" title="Adverb">Adverb bzw. Adjektiv</a> modifiziert werden. Beispiele für Präpositionalphrasen mit Modifikatoren:
</p>
<ul><li>„<i>unten</i> im Schrank“</li></ul>
<dl><dd>= „<i>im Schrank</i> und zwar dort im unteren Bereich“</dd>
<dd>(jedoch mehrdeutig, siehe <a href="Adverbphrase#Adverbien_mit_Modifikatoren" title="Adverbphrase">Adverbphrase #Adverbien mit Modifikatoren</a>).</dd></dl>
<ul><li>„<i>schräg</i> über der Türe“</li></ul>
<dl><dd>= „<i>über der Türe</i>, und zwar an einer Stelle, zu der die Verbindungslinie von der Türe her in schräger Richtung verlaufen würde.“<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></dd></dl>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verwendung">Verwendung</h2></div>
<p>Präpositionalphrasen kommen in verschiedenen Verwendungen vor. Häufig sind sie in der Funktion einer <a href="Adverbiale_Bestimmung" title="Adverbiale Bestimmung">adverbialen Bestimmung</a> sowie als <a href="Attribut_(Grammatik)" title="Attribut (Grammatik)"> Attribut</a> (<b>Präpositionalattribut</b>); in diesen Fällen modifizieren sie Verben, <a href="Verbalphrase" title="Verbalphrase">Verbalphrasen</a> oder Sätze bzw. Substantive:
</p>
<pre>Wir gingen <i>im Wald</i> spazieren.
Ein Spaziergang <i>im Wald</i>.
</pre>
<p>Präpositionalphrasen können auch als eine besondere Art von Objekt des Verbs auftreten (<a href="Pr%C3%A4positionalobjekt" class="mw-redirect" title="Präpositionalobjekt">Präpositionalobjekt</a>). In diesem Fall verlangt das Verb eine bestimmte Präposition, die oft in ihrer Bedeutung verblasst ist:
</p>
<pre>Wir warten <i>auf den Bus</i>.
</pre>
<p>Hier hat die Präposition selbst einen Status, der einer <a href="Kasus" title="Kasus">Kasus</a>-Markierung gleichkommt.
</p><p>Die Verwendung von Präpositionalkonstruktionen führte etwa in den <a href="Romanische_Sprache" class="mw-redirect" title="Romanische Sprache">romanischen Sprachen</a> dazu, dass die Bestimmung einer grammatischen Funktion für eine Verbergänzung bzw. ein Attribut auf Präpositionen überging.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Somit gibt es Übergänge zwischen Präpositionalphrasen und „Kasus-Phrasen“.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein Beispiel hierfür ist auch die englische Präposition <i>of</i>, die den Status einer <a href="Genitiv" title="Genitiv">Genitiv</a>-Markierung hat, formal aber eine Präpositionalphrase bildet:
</p>
<pre>the first part <i>of the book</i>
„der erste Teil <i>des Buches</i>“
</pre>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Abgrenzungsprobleme_mit_Adverbphrasen">Abgrenzungsprobleme mit Adverbphrasen</h2></div>
<p>Der Begriff einer adverbialen Präpositionalphrase ist von dem der <a href="Adverbphrase" title="Adverbphrase">Adverbphrase</a> zu unterscheiden, also einer Phrase, deren Kopf die Wortart <a href="Adverb" title="Adverb">Adverb</a> hat. Es gibt allerdings auch hinsichtlich der Wortart Abgrenzungsprobleme zwischen Präpositionen und Adverbien. Eine traditionell übliche Bestimmungsweise ist, dass auch bei äußerlich identischen Wörtern von einer Präposition die Rede ist, wenn eine Ergänzung regiert wird, aber von einem Adverb, sobald keine Ergänzung auftritt. Zum Beispiel:
</p>
<pre><i>Rechts</i> ist noch Platz. (Adverb)
Die Altstadt liegt <i>rechts des Mains</i> (Präpositionalphrase).
</pre>
<p>Im Zusammenhang mit dieser Einteilung werden Ausdrücke wie „darauf, daran, darin“ traditionell als Adverbien bezeichnet, weil sie Einzelwörter darstellen. Andererseits sind sie gleichwertig zu Präpositionalphrasen wie „auf diesem, an diesem, in diesem“ und werden in der Sprachwissenschaft oft auch als solche analysiert. Ein Grund, der dies erzwingt, ist die Tatsache, dass ein <a href="Pr%C3%A4positionalobjekt" class="mw-redirect" title="Präpositionalobjekt">Präpositionalobjekt</a> in beiden Formen auftreten kann, und darin besteht, dass ein Verb eine bestimmte Präposition regiert. Daher findet man z.&nbsp;B. Analysen wie die folgende:<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<pre>Anna freut sich <b><sub>PP</sub>[</b> auf ihren Geburtstag <b>].</b>
Anna freut sich <b><sub>PP</sub>[</b> darauf <b>].</b>
</pre>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Pr%C3%A4positionalphrase" class="extiw external" title="wikt:Präpositionalphrase">Wiktionary: Präpositionalphrase</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Dies ist als definierendes Merkmal erwähnt in: Dennis Kurzon, Silvia Adler: <i>Introduction.</i> In: D. Kurzon, S. Adler (eds.): <i>Adpositions: Pragmatic, semantic and syntactic perspectives.</i> John Benjamins, Amsterdam 2008.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Christopher Habel: <i>Zwischen-Bericht.</i> In: Christopher Habel, Michael Herweg, Klaus Rehkämper (Hrsg.): <i>Raumkonzepte in Verstehensprozessen. Interdisziplinäre Beiträge zu Sprache und Raum.</i> Niemeyer, Tübingen 1989, S.&nbsp;37–69; Neuausgabe 2010: <a href="https://doi.org/10.1515/9783111354620" class="extiw external" title="doi:10.1515/9783111354620">doi:10.1515/9783111354620</a></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Joost Zwarts: <i>Vectors as Relative Positions.</i> In: <i>Journal of Semantics,</i> Vol. 14 (1997), S.&nbsp;57–86 (insbesondere S.&nbsp;76).</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Alfred Wollmann: <i>Präpositionalphrasen im Englischen: eine Einführung.</i> Gunter Narr Verlag, Tübingen 1996, ISBN 3-8233-4920-1, S.&nbsp;19 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Zur Idee einer Kasusphrase siehe z.&nbsp;B. John Emonds: <i>A Unified Theory of Syntactic Categories.</i> Foris, Dordrecht 1985.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Duden. Die Grammatik.</i> 10. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2022, e-ISBN 978-3-411-91447-0, S.&nbsp;461 / Randnr. 763.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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